7. november – ankunft

ihr lieben, wir sind im schlussspurt, ganz kurz vor dem zieleinlauf.
mein heute dazu ausgesuchtes zitat lockt euch hoffentlich nicht auf falsche fährten:

du mußt zurückkehren
wenn du nicht ankommen kannst
anke maggauer-kirsche

natürlich haben wir uns alle verdient, auch beim #stalywo2023 anzukommen. und so ist unser impuls heute die ankunft .
ich bin wie immer gespannt, wie ihr ankommen werdet.

wir lesen uns…

 

von der schwierigkeit des ankommens

landschaften
zogen vorbei in
ihrer anheimelnden
bedeutungslosigkeit
dabei immer eine
erinnerung an ein
gewesenes... 
aus dem lautsprecher
die verkündung einer
ankunft schreckte
sie auf
ankommen? 
wo, wenn niemand
sie erwartete?
und wenn sie
jemand erwartete?
wenn jemand
erwartungen hätte?
und ihre erwartungen
welcher art waren sie?
immer hatte sie 
ruhlos nach ihrem 
platz gesucht
und nun...
auch wenn die fahrt
ein ende hätte
käme sie wirklich an?
aus dem lautsprecher
die verkündung einer
verspätung schreckte
sie nicht
sie atmete
tief

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6. november – fluchtwege

vielen dank für die vielschichtigen blickweisen auf den heimatbegriff. da zeigt sich deutlich, dass jeder etwas anderes damit verbindet.

nun kommt schon der vorletzte impuls dieser woche. ich hoffe, ihr findet keine fluchtwege vor dem schreiben, sindern momente, die mit diesem impuls verbunden sind.

gelegentlich erfordert es mehr mut, wegzulaufen als sich zu stellen.

peter e. schumacher schrieb diesen satz, den ich diesem impuls zur seite stellen möchte.

und nun los, wir lesen uns…

entscheidung

wenn das
fundament des seins
zu staub zerfällt
da nichts mehr ist
die mägen zu füllen
die perspektive
längst verstellt
wenn der tot 
stets um dich ist
wenn alle
möglichkeiten längst 
sich verflüchtigten
was bleibt dann? 
mach die rechnung:
abwägung der gefahren
und der möglichkeiten
plus verzweiflung
und überlebenswunsch
wenn das ergebnis 
die hoffnung ist
dann gehst du
los

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5. november – heimat

ich freue mich, daß @GEDANKENtaenze zu uns gefunden hat. und dass und vor allem wie ihr die impulse umsetzt, das finde ich sehr interessant und schön.
deshalb will ich auch gleich den nächsten impuls geben. Ich stelle dieses mal einen satz von fjodor michailowitsch dostojewski voran:

ohne heimat zu sein heißt leiden.

was bewegt euch bei diesem satz? was fällt euch sonst zur heimat ein? welchen bezug habt ihr dazu?
ich bin wie immer gespannt auf eure momente.

wir lesen uns…

suche

nein
da war kein ort
der ihm jemals
heimat schien
bleibe vielleicht bis 
es ihn weitertrieb
oder andere ihn
vertrieben
er suchte also
weiter im überall
las vom wir auf
bunten plakaten die
wie eine mauer ihn
draußen stehen ließen
lernte ständig neue
regeln und gesetze 
hielt sich daran
als könnte daraus
etwas keimen das
heimat ihm würde
und suchte doch
vergebens einen ort
er wusste nicht dass 
sie in ihm kümmerte 
im ewigen warten 
dass er sie 
fand

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4. november – ziele

das fremde lassen wir nun hinter uns, ich lerne euch auch durch eure momente immer ein wenig mehr kennen. Vielleicht geht es euch ja ähnlich…

zielstrebig geht es schon auf den vierten von sieben impulsen zu. dazu möchte ich gern ein chinesisches sprichwort voranstellen:

wer seinen hafen nicht kennt, dem weht kein wind günstig.

ihr wisst es längst, es geht um
ziele.

ich bin gespannt auf eure momente. und auf meinen auch, denn ich habe noch keinen plan…

wir lesen uns…

unbequem

da ist so viel
das du dir wünschst
du hast so viele 
verschiedene ziele
mehr sicher
als du erreichen kannst
glaube nicht dass
ein bündel pfeile 
das problem 
lösen könnte
gemeinsam verschossen 
zerstreuten sie sich
wie schrot und träfen 
nur zufällig
es wird zeit brauchen
beharrlichkeit
kraft und geduld
eins nach dem anderen
zu erreichen

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3. november – fremd

ihr lieben, ich freue mich schon auf den feierabend, auf den moment, wenn ich in meiner sammelstelle eure momente finde. losgegangen sind wir gemeinsam, verschiedenen schritts, und nun nimmt die #stalywo2023 eine neue wendung. ich glaube, wir alle haben einen bezug dazu. mich beschäftigt es gerade wieder sehr.
ich stelle dieses mal ein gedicht von mascha kaléko voran:

der fremde

sie sprechen von mir nur leise
und weisen auf meinen schorf
sie mischen mir gift in die speise
ich schnüre mein bündel zur reise
nach uralter vorväter weise
sie sprechen von mir nur leise
ich bleibe der fremde im dorf

stellt wie immer eure momente gern in die kommentare.

wir lesen uns…

fremde

fortgehen 
von dort wo 
man keinen platz hatte
suchen nach einem ort
ohne eine richtung zu kennen
erschöpfende wege in 
der kälte einer welt 
um sich selbst besorgter
wohin, wenn ein woher
schon nur vage ist
wo bleiben, wenn alles
vielleicht unterstand
eine handvoll brot 
nichts aber 
ein heim
sein kann

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