#stalywo – gemeinsam schreiben

#stalywo – gemeinsam schreiben

nun ist es schon wieder november geworden. seltsam, begann das jahr nicht gerade erst?
der november gehört zu den monaten des rückzugs. das licht wird fahler und macht sich rar, die vorboten des winters zeigen sich schon.
es ist eine gute zeit, sich auch mal in sich selbst zu begeben, sich zeit zu nehmen fürs innehalten und spüren, fürs fühlen und … fürs schreiben.

das soll auch das thema des gemeinsamen schreibens sein im #stalywo. ich hoffe, ihr könnt in den folgenden impulsen anregung finden.

epilog

eine idee
dieses zarte
vielleicht
wurzelnd im staub
des alltäglichen
kann nur wachsen
wenn viele sie
annehmen und sie
beharrlich
nähren

liebe poetinnen und poeten,

ihr habt euch des zarten pflänzchens #stalywo angenommen, habt es gestützt und genährt. was daraus wurde binnen einer woche, das hat mich überrascht. ich traf auf bekannte und neue schreibende, und mich erfüllt freude und glücksgefühl, es gewagt zu haben.

ich schrieb gestern „erste #stalywo“, weil ich vermutlich schon wusste, ich werde das abenteuer wiederholen. ob es wieder eine woche wird? ganz sicher! einen längeren zeitraum kann ich mir zurzeit nicht wirklich vorstellen. dazu fordert mich der job zu sehr. in jedem fall möchte ich mich darauf intensiver vorbereiten, um euch wieder herausfordernde impulse und einen roten faden (danke, Carmen!) anbieten zu können. gern möchte ich auch die seite bis zur nächsten runde  noch besser strukturieren. 

Bis dahin lese ich auch gern eure ideen, eure lyrischen momente in der #sammelstelle, in die ich zwar in größeren abständen, aber doch immer mal wieder einen impuls zum schreiben stelle. ich bin gespannt, ob ich einige der neuen mitschreibenden auch dort gelegentlich treffe. 

vielen, vielen dank euch allen. bis bald, wir lesen uns…

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7.  freude

wenn ihr wüsstet, wie geflasht ich bin von eurer resonanz auf die erste #stalywo!

ich bin so dankbar, dass ihr so engagiert und vielseitig mitschreibt. und am allermeisten freue ich mich!!! das bringt mich zum die woche abschließenden impuls, der freude. ich hoffe, euch ist noch nicht die puste ausgegangen, und wir freuen uns morgen abend alle gemeinsam nach dem zieleinlauf. ich jedenfalls werde euch feiern! 

also, auf zum schlussspurt. wir lesen uns…

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6. angst

vielen dank wieder für eure gedanken-gedichte zur geborgenheit. das ist wohl eine empfindung, die wir alle ersehnen und vermitteln. eure beiträge strahlten das für mich in jedem fall aus. 

nun biegen wir auf die zielgerade ein, der sechste impuls wartet schon auf uns. wie im theater ist es auch bei uns: bevor das ende sich nähert, wird es spitzt es sich zu. und so stellen wir uns am freitag der angst. ein starkes gefühl, das hemmen kann oder aktivieren. ich hoffe, ihr seid aktiviert, eure gedanken dazu aufzuschreiben. also ran an die angst, wir lesen uns…

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5. geborgenheit

das wetter von heute hatte wohl auch den impuls für den tag gelesen. der himmel war grau, es regnete den ganzen tag. ein schweres thema war das, sicher haben alle von uns die trauer in ihren facetten erlebt. danke für eure einblicke in eure gedanken dazu.  

dem möchte ich für morgen einen angenehmeren impuls setzen. geborgenheit scheint mir da genau die richtige empfindung. was meint ihr? was ist für euch geborgenheit?

ich freue mich wieder sehr auf eure zeilen, verse, reime in den kommentaren.

wir lesen uns…

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4. trauer

leute, ich freue mich wie bolle. auch wenn nicht alles perfekt läuft auf der seite, bin ich glücklich darüber, dass ihr so inspiriert seid und fleißig mit schreibt. ich freue mich auch und insbesondere über die vielfalt, die sich zeigt.

nun haben wir das glück be- und umschrieben, da dräut schon die nächste herausforderung, die ich dieses mal mit einem medientransfer etwas unterstützen möchte: barber, adagio for strings, op. 11

Adagio for Strings, Op.11 

nun lasst die stimmung wirken. ich freue mich auf eure gedanken…

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3. glück

ihr lieben, ihr seid spitze. ich gab zwar den impuls recht zeitig gestern abend schon rein, aber dass ihr euch so ins zeug legen würdet…da sind ja ein paar balladen zustandekommen. und darüber hinaus noch andere kunstwerke. und das an einem werktag, an dem vielleicht die zeit nicht im überfluss vorhanden ist. zur erholung ist in der nächsten runde die form völlig frei. 

hier nun zum neuen impuls noch ein begleitendes zitat zu eurer Inspiration:

glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sonder wer sich selbst dafür hält. (lucius annaeus seneca)

ich hoffe, die Ideen fließen euch schon in die federn, und ich freue mich auf das lesen morgen…

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2. sehnsucht

liebe mitschreibende, ich bin so froh am ersten abend des #stalywo!
eure beteiligung hat mich überwältigt, ich bin ganz platt. und ich möchte euern elan nicht bremsen und den zweiten impuls, die zweite aufgabe ins netz bringen. es geht um die sehnsucht, die auch so gut in die herbstzeit passt. Wonach kann man sich nicht alles sehnen….

ich sehne mich zuweilen nach einer form. deshalb kommt hier die aufgabe: schreibt eine ballade (https://wortwuchs.net/ballade/) mit der sehnsucht als thema!

aber auch jene, die sich auf das experiment nicht einlassen mögen, lade ich herzlich ein, die sehnsucht zu beschreiben. setzt eure beiträge wieder in die kommentare. ich freue mich sehr darauf. 

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1. melancholie

an die melancholie

(Nicolaus Lenau, 1832)

Du geleitest mich durchs Leben,
Sinnende Melancholie!
Mag mein Stern sich strahlend heben,
Mag er sinken – weichest nie!

Führst mich oft in Felsenklüfte,
Wo der Adler einsam haust,
Tannen starren in die Lüfte
Und der Waldstrom donnernd braust.

Meiner Toten dann gedenk ich,
Wild hervor die Träne bricht,
Und an deinen Busen senk ich
Mein umnachtet Angesicht.

*

das gedicht soll den ersten impuls setzen. ob ihr ihn eins zu eins in eure gedanken umwandelt oder nur einen teil davon als anregung für euer schreiben nutzt, das entscheidet ihr selbst. 

eure gedichte setzt gern in die kommentarspalte. es kann sein, dass neue mitstreiter ihre beiträge nicht gleich finden, da sie noch auf meine moderation warten. wenn ihr schon einen beitrag veröffentlicht habt, ist der weg dann frei für eure weiteren gedichte. 

ich bin etwas aufgeregt und hoffe auf viele alte und auch neue mitschreibende. wir lesen uns!

107 Kommentare zu „#stalywo – gemeinsam schreiben“

  1. nach der #stalywo ist vor der #stalywo 🙂
    Vielen, lieben Dank, daß Du so spontan diese Lyrikwoche organisiert hast
    – mit so viel Freude, daß Du sie wiederholen möchtest – wie schön ♡

    Gefällt 1 Person

  2. Freude

    Häng Dein Herz an Trauer und Sorgen
    oder an die Froide?

    Häng Dein Herz an Familienhalt
    nicht irgendwelche Loide

    Du suchst Glück im Morgen?
    Da ist höchstens Froide

    Du fragst irgendjemand?
    Das sind dann nur Loide

    Glück ist im Jetzt
    aus Froide wird Freude

    Halt Dich an die Richtigen
    und Loide erkennst Du als mitfühlende Leute

    Häng Dein Herz an die schalen Tausche des Lebens
    oder an die Freude

    Gefällt 1 Person

  3. die Freude wie einst der Dichter sie besang
    ist ein Götterfunke
    und währte nicht lang

    Elysion rückt in weite Ferne
    die Menschheit sündigt al zu gerne

    Freude wäre anzustrebem
    schon in unserem irdischen Leben

    doch der Funke strahlt nicht weit
    ist nicht weit her mit Einigkeit
    die Götter renken es wieder ein
    Cherubim und Serafim
    werden wohl Diplomaten sein
    – so hoffen die Menschen auf eine andere Welt
    irgendwann einmal unterm ewigen Sternenzelt

    Gefällt 1 Person

  4. F inde sie in dir und bei anderen
    R ufe sie nicht sonst ist sie
    verschreckt
    E rlebe sie mit allen Sinnen
    U marme in Liebe und
    Aufrichtigkeit
    D ankbarkeit ist ihre Schwester
    E rinnere dich wie du ein Kind
    warst.

    Gefällt 1 Person

  5. 7 Tage poetisieren
    Niemals den Faden verlieren
    Melancholisch begonnen
    Sehnsucht zerronnen
    Glück gefunden
    Trauer überwunden
    Geborgenheit finden
    Angst überwinden
    Am Ende die Freude
    Verdichten wir heute
    Dank an @stachelvieh
    Hat Freude gebracht wie nie

    Ich denke ich schreib in aller Namen
    Gern mal wieder in diesem Rahmen
    Danke liebe @stachelvieh Es war eine runde Sache mit durchgehend rotem Faden.

    Gefällt 1 Person

  6. Die Angst,
    so gesehen nur ein Wort.
    Fünf Buchstaben.
    Hinter einem freundlich-offenen A-
    drängeln sich die Konsonanten -ngst. Gut, dass das A sie hält, sie würden sonst umfallen

    Die Angst,
    anders gesehen ein Fühlen.
    Eine Wand, ein Nebel, ein  Gedankenkreiseln ..
    Die Angst vor dem Ich,
    und dem Du und dem Wir.

    Das ist etwas ganz, ganz anderes.

    Gefällt 1 Person

  7. Wie ein Kribbeln unter der Haut, welches dir kurz den Atem nimmt, weil dein Herz einen Sekundenbruchteil aussetzt, in Anbetracht dessen, was.
    Ja, was.
    Was dich erfüllt mit.
    Sprudelnden Gefühlen, zu lange unter Gestein versteckt, quellwassergleich.
    Gesteinsbrocken voll Freude, die ins Tal fallen. Wie Schnee.

    Gefällt 1 Person

  8. Angst

    Wach liegen morgens gegen vier.
    In dunklen Zimmerecken sitzen die Geister.
    Sie kichern. Sie flüstern.
    Du schaffst es nicht. Du kommst zu spät.
    Du vergisst etwas. Du machst einen großen Fehler.
    Gedanken drehen sich im Kreis
    und kommen immer wieder zum selben Punkt.
    Alles fließt.
    Die Zeit vergeht.
    Und irgendwann, anfangs fast unbemerkt
    wird es hell vor den Fenstern.

    Gefällt 1 Person

  9. ach wie fürchterlich

    fürchte mich

    Ängstige dich nicht
    habe keine Angst vor der Angst
    die Angst sie mag uns leiten
    uns weisen uns helfen uns begleiten
    sie ist der Waechter der Achtsamkeit

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  10. Zu viele Strahlen einer Sonne
    Verwandeln Liebreiz oft in Pflicht
    Verwehter Rausch
    Perdu die Wonne
    D’rum schreib‘ ich
    heute
    Dies Gedicht

    Den Tränen näher
    Als manch Freude
    Das Herz hüpft eilends in der Brust
    Nunmehr entschwunden
    Großgeläute
    Der Lebenssinn
    In Zukunft
    Frust

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  11. Angst

    Tochter doppelter Schienbeinbruch
    Notarzt, Krankenhaus, OP zu später Stunde

    Enkel, so klein, nicht nur zu Besuch
    „Ich will zu Mama“ aus seinem Munde

    COPD Schwager
    Luftröhrenschnitt
    so elend auf seinem Lager
    das zu sehen, nimmt mit

    Krankenhaus, Vollmachten, Formulare
    Mitleiden, Alltag, Arztkommentare

    All das war gestern, am 17.11.
    Man könnte sich teilen in vier Hälften

    *

    Und dann fragt Dich jemand
    warum Du bangst

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  12. Du, mein alter Gefährte,
    allzu vertraut, selten willkommen.
    So viele Jahre schon begleitest du mich,
    meist nur im Hintergrund, doch immer zu spüren.
    Oft genug aber warst du übermächtig groß,
    strafend und mahnend und immer auf der Lauer
    nach meinen Schwächen, in die du dich einhaken kannst
    und mich klein machen, so dass ich dir
    und deinem Flüstern ausgeliefert war
    und selbst nicht mehr glaubte, dass ich jemand bin.

    Du, mein treuer Gefährte,
    hast keine Macht mehr über mich.
    Ich weiß jetzt, wer ich bin,
    dass ich größer und stärker bin,
    als du mich glauben machen wolltest.
    Du bist mein Mahner geworden,
    ich höre dir zu und nehme dich ernst,
    wenn du mich warnst vor den Dämonen.
    Aber Angst? Angst hab ich keine mehr
    vor dir, mein kleiner schwarzer Hund.

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  13. No. 6 Angst
    Die Gespenster unterm Bett,
    welches jedes Kind entdeckt.
    Geräusche die uns unbekannt, wenn das Tier im Wald uns fand.
    Märchen viel zu früh gelesen, lassen Träume darin schweben.
    Oft im Leben eine Last, doch sie zeigen uns auch auf, das der Instinkt sie dringend braucht.
    So ist alles in der Welt, uns nicht ohne Grund die Prüfung stellt.

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  14. beunruhigt

    wie ich den lauf der welt mir so beseh
    beschwert ein riesenstein mir die gedanken
    ein tanz auf dem vulkan scheints mir. und jäh
    kann alles kippen, spür ja längst das wanken
    die kalte schlange angst hängt mir am großen zeh
    und ich beginne schon an ihrem gift zu kranken
    bewohnte ich doch nur ein eignes schneckenhaus
    ich schlösse zweimal ab und schaute nie mehr raus

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  15. Angst
    schleicht langsam
    wie eine Katze
    Setz plötzlich zum Sprung an

    Angst
    Kriecht wie Nebel
    in alle Gehirnwindungen
    Legt das Denken lahm

    Angst
    wiederholt sich
    immer wieder
    Je mehr man versucht sie zu ignorieren
    Holt dich immer wieder ein
    in den schlaflosen Nächten

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  16. Gebet

    keine Angst vorm eigenen Tod
    – flüstere ich sanft –
    sondern Angst vor deinem;
    wer sonst könnte jemals
    meinen aufgewühlten Geist retten
    außer dir; dann bleibt mir still
    nur dein Lächeln dort
    oben am Himmel.

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  17. eskorte

    nach dem schlag
    überraschend
    zu fall gebracht
    berappelt und genesen
    zielte die frage
    nach dem warum
    ins leere
    immer wieder die bilder
    vom fall, beinahe flug
    bis zum aufprall der
    die zeit anhielt
    wie er verschwand im
    dunkel der gasse
    die frage nach dem warum
    nicht abzuschütteln
    redet jetzt stets
    unaufhörlich abends
    beim gang durch die
    dunkelnden straßen
    und füttert die angst
    treue begleiterin

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  18. Ich habe Angst.
    Ich habe Zorn.
    Ich habe Angst,
    Um aller Zukunft.
    Ich habe Angst,
    Um momentanen Geist der Mutter Erde.
    Ich habe Angst,
    Vor Trägheit und der Dummheit Folgen, die unser Hirn verklebt und diese Welt beflügelt seit so langer Zeit.

    Ich habe Angst

    Doch Hoffnung
    Nähret meinen Seelenwunsch
    Das meine
    Deine
    Unser aller Kindeskinderkinder
    Nicht leiden müssen
    Durch die Taten
    Heut’ger Erdenschinder

    Gefällt 2 Personen

  19. Geborgenheit

    Geborgen bin ich haltlos
    zur Ruhe komme ich nie
    drängt mich fort die Leidenschaft
    des Lebens Melodie.

    Geborgen ist das Kind
    in seinem warmen Schoss
    Neugier tastet sich die Welt
    behütet’ Lebens Spross.

    Geborgen bin ich in Liebe
    geborgen bin ich in dir
    gemeinsam ist uns das Glück
    uns selbstvergessen das Hier.

    Gefällt 2 Personen

  20. Mit Tempo 200
    brausen wir
    leise durch die Nacht.

    Wärme, Ruhe,
    sanftes Schaukeln,
    leichter Schlummer ab und zu.

    Geöffnete Augen
    sehen im Fenster
    doch nur das eigene Gesicht.

    Wie eine Insel
    gelöst von allem
    treiben in der Dunkelheit.

    In wenigen Minuten
    erreichen wir
    zu Hause Hauptbahnhof.

    Gefällt 1 Person

  21. Geborgenheit

    Du bist ein Hort
    Nähe, Wärme, Ruheort

    in meiner Sprache
    das zweitschönste Wort

    Schutz und Unverletzbarkeit
    Schoß und Burg für Sicherheit

    umakzeptanzt mein naives Herz
    und schützt mein Spiel in Dur und Terz

    Im Wechsel des Lebens bist du mir Flucht
    zu Dir zieht es mich in Ängsten und Sorgen

    Auf deiner Flügeln Fürsorgen
    ist taffe Kraft
    und unter den Flügelbügeln
    was Frieden und Wärme schafft

    gestern wie heute
    und ganz bestimmt morgen

    Gefällt 1 Person

  22. Mein innerer Ort
    tief verborgen
    in meiner Fantasie,

    bevölkert nur mit Wesen
    freundlichen Gemüts
    die ich erträume,

    ein Bach, ein Teich
    ein Wasserfall
    zur Reinigung der Seele,

    Pflanzen in tausend Farben
    und voller Blüten
    die duften wie Sommer.

    Still sitze ich dort
    die Gedanken fließen allein
    ich finde zu mir.

    Mein Ort, nur meiner:
    Geborgenheit und Frieden
    an wehen Tagen.

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  23. Anlehnen
     
    dein Blick getrübt in Sorgen
    wie wird es sein, das Morgen?
    das Glück entschwand
    melodisch getarnt die Melancholie
    in tiefer Trauer.
     
    Kann ich für dich sorgen
    magst du dir Hilfe borgen?
    ich bring dir etwas Glück zurück
    fühl dich frei beschenkt:
    du bist geborgen.

    Gefällt 3 Personen

  24. endlich ist manch‘ Traurigkeit. 
    endlich sind wir bald zu zweit
    endlich keimt neu‘ hoffnung frisch
    endlich bald gedeckter tisch
    endlich dann danach das lieben
    endlich suhlen tief in trieben
    endlich bald hört trübsal auf
    endlich kommt dann glück zuhauf
    endlich fühlen dann geborgen 
    endlich wir zwei ohne sorgen
    endlich nur noch zeit mit dir 

    Endlich 
    Warten nicht Unendlich
    Werde finden 
    Endlich 
    Dich 
    Hoff‘ darauf 

    Gefällt 2 Personen

  25. Trauer

    Trauer ist schwarz
    Schwarz fehlendes Licht

    natürlich gibt’s Farben
    man sieht sie nicht

    Trauer kommt seltsam
    in Wellen daher

    Zähren zehren
    und schmerzen mehr

    gewaschen die Seele
    festhalten an Dank
    vergangener Zeiten

    und irgendwie innen
    und irgendwo drinnen

    heimwehkrank

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  26. Zwischen zwei Stationen
    sind wir uns begegnet,
    trafen sich unsere Blicke,
    tat sich ein Fenster auf
    und ich konnte sie sehen:
    deine Traurigkeit,
    so unermeßlich groß,
    dass meine Tränen liefen.
    Dann warst du weg.
    Vielleicht hat dich mein Trost
    in deinem Herzen noch erreicht.

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  27. trauern heißt bedauern
dass es etwas das wir geliebt
so nicht mehr gibt
es wurde uns genommen
ist nicht mehr zu bekommen
und was wurde uns genommen?
eine Zukunft die in der Ferne liegt
die es so vielleicht in Zukunft gar nicht mehr gibt
lasst uns trauern
lasst uns bedauern
doch lasst uns nicht untätig sein
auf ihr ewigen alten
lasst uns Zukunft gestalten
damit wir nicht trauern
damit wir nichts bereuen
dass wir uns auf unsere Zukunft freuen
wenn es das was wir geliebt
auch in der Zukunft noch weiterhin gibt
wie ist das
mit dem Lieben dem Leben
dem gestern dem Morgen mit all unseren Sorgen
und dem Augenblick eben
es ist das was wir daraus machen
ob wir trauern ob wir lachen
ob wir uns freuen
oder ob wir alles letztendlich bereuen,
also traut euch bei Zeiten zu trauern
lasst uns unsere Kräfte vereinen
dann brauchen wir die Zukunft in der Zukunft
vielleicht nicht zu beweinen

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  28. witwe

    • meiner großmutter gewidmet –

    im nebel
    ihres langen herbstes
    ging sie lange allein
    ihren weg
    trug schwer an
    den täglichen pflichten
    den sorgen und selbst
    an der liebe
    die sie verschenkte
    an jene die ihr
    nachkamen
    und deren einer teil
    sich ihr so früh
    entzog
    sie ging allein ihres
    weges längsten teil
    sie liebte und
    sie wurde geliebt
    und doch war da stets
    dieser blinde fleck
    dieser verschlossene raum
    in ihrem herzen der
    nicht mehr geöffnet war
    seit er starb

    Gefällt 1 Person

  29. Wir bauten Luftschlösser
    in schwindelnden Höhen
    jagten fliegende Fische
    durch Kaskaden von Licht
    tauchten nach Schätzen
    in den Schiffen am Grunde
    wir waren die Kinder
    des ewigen Glücks.

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  30. Glück

    Ein Clown
    der viel verlor
    lieh mir sein Ohr
    für ein Interview

    Ich sprach ihn auf die Verluste an
    Für mich war er ein armer Mann

    Da sagte er „Hör zu:“
    und sah mich ungläubig staunend an

    „Bevor ich mich begrabt,
    stell Dir mal vor:

    Das hab’ ich ALLES gehabt!“

    Gefällt 1 Person

  31. Glück
 bedeutet es möge gelingen

    SchlagerStars werden es besingen
    
die Lyrik wird es bedichten
    
die Medien werden berichten
    Philosophen philosophierten zu Hauf
    
manche warten vergebens darauf
    
und andere beschwören es mit aller Kraft
    
und wer es hat der hat’s geschafft
    
es muss Das große sein

    wenn schon denn schon nicht zu klein
    
ob ein NeurotransmitterCocktail etwas vorgaukelt
    oder der Zufall uns verschaukelt
    ob Glück oder GlückSeligkeit

    sei dazu bereit
    
Glück bedeutet zwar es möge gelingen

    doch Das Glück ist in den kleinen Dingen

    Gefällt 1 Person

  32. Glück

    Hier sitzen wir, erzählen uns unser Leben.
    Lichte und dunkle Momente,
    vom schenken und beschenkt werden,
    vom betrügen und betrogen werden.
    Gemeinsam lachen und weinen wir
    über was uns geschah.

    Die Welt vor den Fenstern ist uns abhanden gekommen
    und in meinem Herzen wächst ein Bild von dir.

    Gefällt 1 Person

  33. Vielleicht bist du eine Schwester des Zufalls
    oder ein Bruder des Tüchtigen.
    Vielleicht bist du der mehr oder auch weniger begabte Schmied des eigenen Seins.
    Vielleicht ist es gar nicht so wichtig, wie genau wir dich nennen oder woher du kommst.
    Wichtig ist nur, dass du bist.
    Komm‘ setz dich zu mir und bleib.

    Gefällt 2 Personen

  34. (Eine Art Gedicht vom Glück)

    Das schönste Glück ist, wenn ein anderer glücklich ist, dachte der Mann,
    während er das Los, das er in dem Futter des gespendeten Mantels fand,
    unauffällig in die karg gefüllte Tasche der alten Frau neben ihm fallen ließ.

    Glück ist am größten, wenn ich es teilen kann, dachte die Frau,
    als sie zuhause die spärlichen Einkäufe auspackte, das Los mit dem Gewinn fand,
    Lebensmittel und Kleidung davon kaufte und diese bei der Spendenstelle abgab.

    Auf der Bank am See sitzen seit einiger Zeit jeden Tag ein Mann und eine Frau,
    die halten sich an den Händen und reden nicht viel,
    nur dann und wann schauen sie einander in die Augen und sagen:

    Was für ein Glück wir doch haben, dass wir uns fanden!

    Gefällt 2 Personen

  35. Kleine Händchen
    Mein großes Glück
    Kleine Füßchen
    Mein großes Glück
    Verschmitzes Lächeln
    Mein großes Glück
    Große Augen
    Mein großes Glück
    Dein kleiner Mund an meiner Wange
    Mein großes Glück
    Mit dir Zeit zu verbringen
    Mein großes Glück
    Acht Monate
    Großes Glück

    #Stalywo

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  36. Sehnsucht

    Der Krieg schrieb seine Letter in sterbende Glut,
    das Haus stand in Flammen, das Gebälk voller Blut.
    Die Alte sah in die Ferne, zu mächtigen Bergen hin,
    dort irgendwo würde das Glück sicher nun sein.

    Ihre Hände, sie froren und wurden ihr klamm,
    die Sehnsucht brannte, das Herz klopfte bang.
    Vertraut war die Angst, sie war ganz allein,
    doch irgendwo musste sicher das Glück wohl sein.

    Der Zug rollte an, ein Gekreische und Gestampfe,
    ein gewaltiges Ungetüm, spie Feuer und dampfte.
    Sie wurde geschoben, gedrängt, zerrte sie hinein,
    doch dort in der Ferne musste das Glück wohl sein.

    In ihren Lumpen, dem einzigen Hab und Gut
    fiel sie elend zusammen und verlor allen Mut.
    Die Stimmen verstummten, der Zug eilte durch die Nacht,
    dort in der Ferne musste das Glück irgendwo sein.

    Jäh im Traume öffnete sich die Tür, Licht fiel ein,
    man hüllte sie in Decken im Mondenschein.
    Da erkannte sie die Berge und lächelte entrückt.
    Ja, hier war sie sicher, hier war zuhause ihr Glück.

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  37. ungestillte sehnsucht

    sie suchte und sehnte
    sie sehnte und vertraute
    sie vertraute und verzweifelte
    sie verzweifelte und resignierte
    sie resignierte und verstummte
    sie verstummte und flüchtete
    sie flüchtete und weinte
    sie weinte und sehnte
    sie sehnte und suchte

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  38. [ɡlʏk]

    ein amselsang
    am frühen morgen
    nur kleine statt
    der großen sorgen
    für sich allein
    ein augenblick –
    glück

    worte die von
    herzen kommen
    ein bedürfnis
    ernst genommen
    bei hunger von
    dem brot ein stück –
    glück

    eine hand, wenn
    du gefallen
    einen finden
    zwischen allen
    lächeln, jemand
    lacht zurück –
    glück

    kannst du darin
    freude finden
    liebe menschen
    an dich binden
    genießen mit
    staunendem blick –
    glück

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  39. Sehnsucht

    In 40 Jahren nie getrennt
    – Sehnsucht nie ein Argument –
    fand ich mich zur Kur auf Föhr,
    frug wie ich Dein Herz betör:

    Könnt ich wohl wie Orpheus singen
    und Dein Herz zum Schwingen bringen?
    Könnt ich malen Dir ein Bild
    – aus jedem Strich die Liebe quillt?

    Fern von Dir, Du mein Zuhause,
    spür ich Sehnsucht ohne Pause.
    Wie Orpheus kann ich gar nicht singen
    auch ein Bild mag nicht gelingen.

    Kann nicht mal dichten. Das ist schade!
    Es reicht nicht einmal zur Ballade.
    Wie soll ich jetzt Dein Herz erreichen?
    Die Sehnsucht würde etwas weichen!

    Da plötzlich – mitten in der Nacht
    dein Anruf: „Hab grad stark an Dich gedacht!“
    Die Sehnsucht übers Telefon?
    Das grenzte an ein Wunder schon!
    Im Außen sind es Bilder Lieder.
    Im Herzen finden wir uns wieder!
    Da glimmt der Liebesfunke immer –
    und wär`s auch nur als Sehnsuchtsschimmer.

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  40. Ballade von der Glückseligkeit

    Unter der Linde
    Da liebten sie sich
    Im hellen Frühlingsschein
    Die Wolken am Himmel
    Der Wald und die Wiesen
    Mehr brauchten sie nicht
    Um einfach nur glücklich zu sein

    Ein Jahr ging vorüber
    Die Braut war süß
    Und tiefrot der schwere Wein
    Sie lachten und tanzten
    Im funkelnden Glanze
    Mehr brauchten sie nicht
    Um einfach nur glücklich zu sein

    Unter der Linde
    Da kniete das Mädchen
    Weinend vorm kalten Stein
    Verschwunden im Dnepr
    War‘n Sehnsucht und Liebe
    Ach, mehr bräuchte es nicht,
    Um einfach nur glücklich zu sein…

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  41. Da es mir zu aufwändig war mich in die Ballade einzuarbeiten und mir heute auch nichts neues einfiel, möchte ich gerne ein vor längerem verfasstes Gedicht zum Thema Sehnsucht einstellen:

    Sehnsucht
    Wort mit Tiefgang
    dunkel wie ein Moorsee
    dessen Tiefe man nur ahnen kann

    Viel Liebe und Gefühl in jedem
    Buchstaben fließt
    wie ein rauschender Waldbach,
    der durch Gestrüpp
    und kleine Höhlen fließt

    Das Moos an seiner Seite saugt
    alles auf und verdichtet sich
    im Herzraum der Gefühle

    Moos vielfältig und faszinierend
    wie die Facetten der Sehnsucht
    Aufnahmefähig wie das Herz

    Doch manchmal braucht es nur
    eine Kleinigkeit um überzuquellen
    Ein schaurig schöner Schmerz entsteht
    wird zu einem rauschenden Bach,
    der sich über seine Ufer ergießt

    Bis er Halt findet in den Worten des anderen,
    die ihm die Hand reichen
    Doch gestillt werden kann sie nur,
    wenn sich die Zwischenräume
    der gegenseitigen Worte füllen
    und einander umarmen

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  42. aus einer Sehnsucht heraus geboren
    doch er fühlte sich bereits verloren
    in den ersten kurzen Jahren
    die Kindheit hielt nicht viel für ihn bereit
    und Sehnsucht machte sich unmerklich in ihm breit

    so war auch seine Jugendzeit
    er wurde von der Sehnsucht getrieben
    es musste doch auch in diesem Alltagsleben
    jemanden geben
    zum verlieben

    wie er dieses Spießertum hasste eine Liebe die zu ihm passte
    sollte doch möglich sein
    doch er blieb mit seiner Sehnsucht allein
    doch er blieb lange mit seiner Sehnsucht allein

    er funktionierte hielt sich an alles und hielt sich raus
    und hielt es vor Sehnsucht kaum mehr aus

    er hatte diese Sehnsucht doch schon immer verspürt
    er durfte nicht lieben doch er wurde verführt
    es war diese Sehnsucht es hat ihn berührt

    doch hieß es trotzdem weiterhin
    (er sah nicht den Sinn darin)
    „erst einmal etwas werden, etwas leisten etwas sein“
    so sagte man ihm so redeten sie auf ihn ein.
    und für die Sehnsucht sei weder Platz noch Zeit
    und er blieb noch immer – allein

    irgendwann als er dann gesittet gediegen war
    war alles klar
    alles aus Vernunft bitte sehr
    und was ist mit meiner Sehnsucht fragte er

    er war angekommen er hatte sich etwas fest vorgenommen
    und ja genau er vermählte sich mit einer standesgemäßen einer erfolgreichen Frau
    gesellschaftlich sollte es so sein
    doch seine Sehnsucht blieb und er blieb allein

    im Außen angepasst skrupellos geworden zu allem bereit
    Hat er sich dann doch letztendlich befreit

    in einem NebenLeben
    hat er dann eben
    sich selbst erhört
    wenn sie es wüssten sie wären empört

    es war ihm egal
    denn dieses Mal
    ging es um ihn nur um ihn

    es war nichts mehr wie es sein sollte
    es war so wie ER es wollte
    hatte es sich denn gelohnt?
    nun
    es blieb eine vage Sehnsucht die bis heute in ihm wohnt

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  43. @tempta schrieb

    Sehnsucht

    Sehnsucht wo bist du geblieben ?
    An solch trüben Tagen,
    wo die Kraniche dich tragen,
    nimmt die Sehnsucht dich mit auf ihren Flügeln.
    In Gedanken fliegt sie fort
    in Gewißheit,
    das sie nie wird enden in
    menschlichem Empfinden.

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  44. Sie liegt auf ihrer Bank in einem kleinen Park.
    Selbst sommerlich dichtbelaubte Bäume
    dämpfen die Stadtgeräusche kaum.
    Sie blickt durch ihre Kronen in endlos weiten Himmel.
    Und bei jedem Flugzeug denkt sie, wohin es wohl fliege.
    ‚Wladiwostok‘ hat mein Papa dann immer gesagt. Jedes Mal.

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  45. Schiffshalbwaisen

    Verloren scheint allen der Glaube
    tosende Brandung, wütendes Meer
    sie sind der Wellen nicht mehr Herr;
    im Hafen zitternde Gebete ihrer Kinder
    hoffen, dass die See ihre Väter nicht raube.

    Auf Deck peitschen Wind und Segel
    unablässig toben die Wellen an Bord
    der Funker funkt sein allerletztes Wort;
    sie alle ziehen an den Tauen der Masten
    hoffen, dass sie nicht brechen wie Kegel.

    Der Kapitän blickt eisern in die Gesichter
    Gischt voller Salz sprüht in die Nacht
    längst hat sich Angst an Bord gelacht;
    das Nebelhorn verstummt auf hoher See
    ein Dämon erscheint, grölend zischt er:

    Warum ist die See euer ewig Sehnsucht Kind?
    Flieht von dannen, kehret um! Sie ist mein allein!

    Viel zu spät ist die Warnung aufgekommen
    ein Zittern, der Männer letzten Mutes Kraft
    es erschaudert die gesamte Schiffsmannschaft;
    es gibt kein Entrinnen vom Fluch der Meere, nein
    der See und ihren Henkern ist kein Entkommen.

    Gebrochen sind alle auch die Masten
    die Hoffnung samt Crew von Bord gegangen
    die Männer sind ewig in den Wellen gefangen;
    Tränen füllen das Meer der Vermissten
    Halbwaisen tragen ihrer Sehnsucht Lasten.

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  46. Herbstabend

    Der letzte Abend im Oktober.
    Es riecht nach Herbst,
    nach nassem Laub und welken Blüten.
    Die Sonne wärmt nicht mehr,
    sie übergibt die Kraft nun an die Nacht.

    Der Wechsel der Zeit
    von hell zu dunkel
    und draußen zu drinnen,
    von einem Jahr zum nächsten —
    ich halte inne und blicke zurück.

    Ich weiß, es war gut.
    Neues entstand und Altes verging,
    Mühe und Schmerz nicht umsonst.
    Mit Zuversicht gehe ich weiter
    den nächsten Wechsel im Sinn.

    Und doch liegt dahinter
    eine leise Melancholie.
    Ich sehe, wie einst Blühendes
    schon bald wieder vergeht,
    wie Träume sich ändern,
    weil etwas fehlt,
    wie das, was hätte sein können
    nicht sein konnte im Jetzt.

    Beide Seiten des Lebens,
    die warme und die kalte,
    die mutige und die verzagte
    die glückliche und die traurige:
    Vertraute einander und immer in mir.

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  47. bald breitet nacht sich aus
    mit schwarzem wolkenschleier
    die schritte stampfen schwer
    im klebrig moor
    rund um den tiefen weiher
    der vielen schon zum schicksal ward
    müd‘ werden beine
    es ist hart
    nun hört er glockenton von fern
    er glaubt es
    richtet aus sein ohr
    und oben lugt kein abendstern

    noch immer ist er nicht daheim
    es sorgt sich liebend frau mit charme
    doch plötzlich
    ahnung
    überwallt ihr herz
    jetzt spürt sie gram
    doch
    horch
    ein heftig klopfen an dem tor
    erleichtert öffnet sie die tür

    sie bringen den verschlammten leichnam ihr
    verlorene hoffnung
    auf die lebenskür

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  48. ballade von der sehnsucht

    sie saß dort oft und sah hinaus
    wohin sie selten ging
    sie schaute nach dem einen aus
    an dem ihr blick dann hing

    er kam stets zu der gleichen zeit
    auf ihn war schon verlass!
    er grüßte sie und lachte breit
    dass sie sich fast vergaß

    sie liebte diesen augenblick
    der sie zum träumen brachte
    die klingel holte sie zurück
    draußen stand er und lachte

    er lud sie auf nen kaffee ein
    nur so, ganz unverbindlich
    sie war gemeint! konnte das sein?
    sie überlegte gründlich…

    sie sah ihn an und sagte nein
    innerlich tief zerrissen
    und bildete sich sofort ein
    sie würd ihn schon vermissen

    sie sah hinaus. er kam nicht mehr
    sein lachen schien verschollen
    sie zagte oft, hätte doch sehr
    immer verliebt sein wollen

    dieses gefühl war wie ein ort
    der sie ganz warm umhauste
    doch nähe war nicht nur ein wort
    vor dem sie sich sehr grauste

    so saß sie da und sah hinaus
    bis an des lebens ende
    die sehnsucht wohnte mit im haus
    und rieb sich oft die hände

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  49. schwere in den gliedern
    den liedern fehlt die große terz
    das herz, es lahmt
    du fühlst ein nebliges tu’s!
    novemberblues

    zuversichtsschwanken
    den gedanken fehlen farben
    narben auf der seele
    du denkst ein nebliges tu’s!
    novemberblues

    dunkle spazierrunden
    stunden fehlt es an würze
    schürzenjäger schlafen
    du forderst ein glückliches tu’s!
    aber
    novemberblues

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  50. .
    ich halte inne als medium der schwermut
    lausche den leisen zwischentönen in moll
    nehme wahr den bittersüßen weltschmerz
    differenziere zwischen schwarz und blau
    denke nach über die wattierte wirklichkeit
    besinne mich auf das scheinbar belanglose
    akzeptiere den zustand der vergeblichkeit
    fröne den unzulänglichkeiten des lebens
    und vertraue auf den mut der melancholie
    .

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  51. In den Höfen ohne Schatten
    zog der Wind hinfort
    es fielen unsere Träume sachte
    Wort um Wort
    schwer senkt sich
    die Melancholie auf meine Brust
    ihr Atem trug unsere Hoffnung
    längst an fernen Ort.

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  52. Lang wohnt hier schon niemand mehr.
    Dort hing die Uhr.
    Da war der Tisch.
    Hier saßt ihr oft.
    Aßt und trankt, lachtet und strittet.
    Ward euch Freude und Trost.
    Lang wohnt hier schon niemand mehr.
    Von meinen Augen tropft der Tau.

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  53. Am Fluss der Melancholie

    Auen verstecken sich im Nebel
    der Fluss raunt seines Weges
    verlorene Oden der Freude
    -ist‘s das Verwehen-
    oh weh, wohin werden wir geh‘n?

    Gedenken voll des schweren Mutes
    das Herz friert einsam am Grab
    verlorene Lichter der Freunde
    -ist‘s das Verstehen-
    oh weh, wie wird Zeit uns verweh‘n?

    Stille oh du selige Schwester
    deine Lieder erklingen nun
    im Antlitz unseres Schweigen selbst
    -ist‘s das Vergehen-
    Memento mori hilft versteh‘n.

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  54. Nebel legt sich über Gedanken und Stadt
    Feine hauchzarte Tröpfchen
    legen sich aufs Gemüt,
    dringen unter die Haut
    In der Feuchtigkeit der Dunkelheit
    macht sich Melancholie breit
    legt sich auf Herzwände
    Die Turmuhr schlägt
    Hände zittern

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  55. novemberblues

    das dunkel dehnt sich in die tage
    es dauert, bis der morgen graut
    vom wind verweht die bunten blätter
    allem wächst eine graue haut

    die üppigkeit ist längst verschwunden
    wirft mich ganz auf mich selbst zurück
    befragt mich nach dem sinn des lebens
    und meiner auffassung von glück

    beschwert ist jeder meiner schritte
    vom nebel ward verschluckt mein weg
    nun irre ich, such neue ziele
    unklar, wohin ich mich beweg

    ich zieh den kragen meiner jacke
    nach oben, ganz nah an mich ran
    wünsch, dass geborgenheit er geben
    und mich vor kälte schützen kann

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