12. impuls – pforte

ihr lieben dichterinnen und dichter,
lange blieb es ruhig auf dieser seite.
ich nutzte die zeit, um mich ausgiebig um mich selbst zu kümmern.
heute nun ist es zeit, einen neuen impuls einzustellen.
ich habe dieses foto am 03. april in der schönen stadt naumburg gemacht.
eine wunderschöne alte pforte in der aegidiengasse gleich neben dem naumburger dom.

welche momente fallen euch beim betrachten des fotos ein? was verbindet ihr vielleicht mit dem begriff pforte ?

ich freue mich auf eure momente in den kommentaren…

***

stop and go

unterbrochen
dein weg verstellt
von mauer und holz
einladung inne
zu halten rückschau und
ausblick vielleicht
innere einkehr
frage nach zielen
und wegen vielleicht
auch korrektur des
einen oder des anderen
du bist hier
du willst hier sein?
du willst weiter?
so geh
geh fort oder
geh durch die pforte
geh wenn du weißt
wohin

11. impuls – sommer(traum)

bis an den rand des wahnsinns war mohn im feld ausgeschüttet.

thomas rosenlöcher, die wiederentdeckung des gehens beim wandern. harzreise

mitten im februar so ein satz? gerade im februar.
denken, träumen wir nicht längst voraus in den sommer, kaum dass die sonne wieder etwas höher steigt?

woran denkt ihr, wenn ihr das zitat lest? teilt eure momente gern unten in den kommentaren. ob ihr den impuls direkt umsetzt oder eure gedanken zu ganz anderen ideen euch führen…
ich freue mich auf eure poetischen momente!

*

farben

blau
dieser klare ton
in den sich von
irgendwo oben
das zwitschern
der lerche
mischt

grün
wie loden mit
frischhellen aufbrüchen
wie ein zaun die
reihe der sträucher
rankend

weiß
der schaum am
spülsaum des weihers
in welchem jungfern harren
der nacht da sie aufsteigen
ins ried zu ihrer verwandlung
in schillernde
luftwesen

gelb
von der sonne
zur reife erblondet
raschelt der weizen
an ein windgetriebenes
meer erinnernd

darin
rot und weiß
und blau blüht
die sehnsucht
nach einander
die sie stets
wiederkehren
lässt

10. impuls – aufbruch

caminante, no hay camino,
se hace camino al andar

wanderer, es gibt keinen weg,
der weg entsteht im gehen

antonio machado

nach der inventur, die uns zeigt, wo wir gerade sind in unserem leben, folgt eine neue aktion: weitergehen.
deshalb ist mein neuer impuls der
aufbruch

warum, wohin, mit wem????

schreibt eure gedanken gern wieder in den kommentar unter diesem beitrag. ich freue mich darauf!

curriculum vitae

einst in
diese welt
geworfen lief ich
los hinfort
vom unbenannten
durch vertrautes
ins unbekannte
später
viel später erst
erkannte ich meinen
ausgangspunkt
noch länger suche
ich mein ziel
ohne karte oft
nichts ahnend von
widerständen und
irrwegen
voran nur
immer voran zur
nächsten wegmarke
und diese als ort
inne zu halten
verletzungen
zu verbinden
die nächste etappe
abzustecken und von
der ankunft einst
zu träumen

9. impuls – inventur

es gibt auch spiegel, in denen man erkennen kann, was einem fehlt

friedrich hebbel

nun sind wir schon im neuen jahr gelandet, vielleicht braucht das ankommen noch etwas. vielleicht nutzen wir die zeit zu sehen, wo man gerade steht.

deshalb hier der erste impuls für 2022:

inventur

schreibt gern, ganz gleich, ob ihr euch eng an den impuls halten wollt oder dadurch ganz andere gedankenwege angeregt werden, eure momente in den kommentar.ob heute, morgen oder in 2 wochen, das bleibt euch überlassen.
ich freue mich darauf.

kassensturz

ich kenne
mein abbild
an allen tagen
zeigt es sich mir
hinter glas
in meinen taschen
muss ich kramen
nach dem was
ich habe
gefühle
(in großen noten)
vertrauen
(etwas schartig von
irrtümlichem gebrauch)
ängste
(beschwerlich
wie kupfermünzen)
liebe
(als investition
nicht geeignet)
irgendwo ein paar
krumen mut
ihr kennt
mein abbild
vielleicht
es ist trügerisch
von der art der börse
auf ihren inhalt
zu schließen

8. impuls – ortung

wir sind in abschied und ankunft, wir wohnen auf der schwelle.

manfred hinrich

der 7. impuls trieb nur wenige von euch um. danke für eure momente!
mal sehen, ob die nummer 8 – ortung – mehr gedanken anschiebt. schreibt eure lyrischen momente gern wieder in die kommentare. ich freue mich darauf!

reise

land
zieht vorbei
in ebenen und
gipfellagen
wasser spiegelt
rinnt oder brandet
wie die zeit in
feinsten augenblicken
oder rasender gewalt
der ort der mich
gerade haust vertraut
wie die haltestelle mit
bekannten gesichtern
unterschlupf bis
zur nächsten fahrt
wohnen im provisorium
versuche anzukommen
braucht es mehr