19. impuls – der mensch

er sitze auf der bank vor seiner laube,
den regenbogen häuptlings hingestellt.
mit laub und äpfeln rings bestückt die bäume,
gänseblümchengezwitscher tief im gras.

indes der wurm des umgebrochnen beetes
den kopf erhebt und stumm herüberblickt.
sich fragend, ob der mensch denn ewig lebe.
silberne tropfen fallen ins wasserfass.

das ist das gedicht der mensch von, ja, noch einmal, thomas rosenlöcher. 
ständig finde ich neues bei ihm, ganz gleich, wie oft ich die werke lese.

vielleicht sagt euch ja der neue impuls mehr zu als der vorherige?
möglicherweise tuschelt er euch ideen, momente ins ohr?
dann freue ich mich auf eure gedanken in den kommentaren…

mensch sein

dazu gehören
oder doch
besonders sein
nehmen oder doch
auch geben um
zu haben
die neugierde
füttern um zu
wissen oder doch
nicht wissen wollen
es ist ein
schmaler grat
zwischen esprit
und lächerlichkeit
zwischen erhabenheit
und überheblichkeit
zwischen augenblick
und sein

Autor: stachelvieh

Gelegenheitsbloggerin

7 Kommentare zu „19. impuls – der mensch“

  1. Liebe Stachelvieh,

    gern wollte ich an deinem lyrischen Projekt stalywo teilnehmen, aber meine Kommentare werden nicht angenommen – schade!

    Liebe Grüße,
    Syntaxia

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  2. Auf dem Arbeitsweg

    Täglich im Gewimmel der Großstadt
    aneinander und Bettelnden vorbei
    in Bussen und Straßenbahnen
    ergibt sich ein schräges Bild
    von wischenden Daumen
    gebeugten Häuptern
    über hellen Displays
    und ausgefahrenen Ellbogen
    einer minimierten Kommunikation
    von Natur fernen Gestalten…
    .
    Sind Menschen nur noch so???
    Lediglich ein kleiner Ausschnitt
    ein Fragment der Gesellschaft
    das mich betroffen macht

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  3. Ist der Mensch das bessere Tier?

    Was unterscheidet ihn vom Tier?
    Man sagt er könne denken,
    seine Geschicke lenken.
    Doch bei vielen zweifel ich daran,
    mancher tut nur groß ob Frau ob Mann.
    Sprüche klopfen, Reden schwingen.
    Oftmals heftig, laut vor allem Dingen.
    Wer laut wird, wird gehört.
    Ich find, das ist gestört!

    Benimmt sich Mensch so ungeniert
    ist er weit entfernt vom Tier.

    Gefällt 2 Personen

  4. DER MENSCH WIE IMMER

    Überdehnte Leiber.
    Mit sorglos gequetschten Falten in Miedern und sonstig‘
    Gewebsähnlichen, um Scham und Hüft‘ gewundener Linnen,
    Acetaten oder Polyamiden.

    So schleifen die feist grinsenden, nach unten hängenden Lefzen,
    Ihre fettringwabbelnden Leiber zum Pizzabäcker.

    In Erwachtung übermäßigen Zuspruch‘s fettdampfender, überhäufter Teller
    Sitzen sie halbärschig auf viel zu kleinen Stühlen.
    Keilen den wulstigen Rand,
    Der aus stopp‘ligen Ziernieten oder doppelt getackerten Säumen fühlbar vorhanden
    In ihren vom Wohlstand überdehnten und vom Dauerschweiß nässenden Anus.

    Winken, trotz Dampfbildung unter den Achseln,
    Den im Lokal agil tänzelnden, schmalhüftigen Kellner zu sich heran.

    Mehr röchelnde Warmluft entweicht für die Bestellung einer olivenölgeschwängerten Pizza,
    Als klar‘ modulierte Kehllaute,
    Die den Begriffen der Speisenkarte eher entsprächen,
    Aus einer schmallippigen Atemöffnung.

    Taumeln, nicht trunken vom Alkohol,
    Fuchtelnd und schwammig vom feisten Mahl,
    Nach Hause zum Fernsehsessel.

    Hinstöhnend,
    Im ausgefurzten weichen Sitzmöbel,
    Die Fernbedienung schaltend,
    Erreicht ihr Ohr,
    Nicht ihr Gehirn:

    . . . DER KRIEG IN DER UKRAINE SEI . . .

    Eine Triole lyrischen Dreiklangs

    FURZ – RÜLPS – FERSENHAUSSCHALTEN

    Beendet den stressreichen Tag.

    Gefällt 1 Person

  5. Der Mensch

    tausend Farben
    ungezählte Facetten

    Doch
    gefangen in einer Bedingung

    entfaltet er nur blasse Farben
    und nicht nur Wohlgeruch

    Die Breite ist ihm eng
    Die Länge kurz
    Die Tiefe nicht hoch genug

    Gefangen in einer einzigen Bedingung
    wollte der Mensch

    kann aber nicht

    der Mensch

    Gefällt 3 Personen

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