#stalyso2024   3. woche – gründe fürs gehen

liebe poetinnen und poeten,

unsere gemeinde ist sehr übersichtlich, die die sammelstelle regelmäßig beliefert. ich freue mich jedoch sehr, dass sie so stabil ist, dass sie so unterschiedliche gedankenstränge aus den impulsen zieht und diese so vielgestaltig verarbeitet. habt dank dafür.

und für die nächste runde möchte ich auch gleich den nächsten anstoß geben. er lautet

gründe fürs gehen

ich bin so gespannt auf eure momente! 

wir lesen uns…

grundlegende betrachtung

ich geh nicht gerne auf asphalt
doch manchmal gern auf kopfsteinpflaster
durch stille enge kleinstadtgassen
wo jeder meiner schritte hallt

ich steig auf steilem pfade auf
ins felsenreich über den bäumen
wo nichts mehr meinen weitblick bremst
von meinem freisein kurz zu träumen

ich mag im feuchten ufersaum
barfüßig in den sand mich krallen
der schoner der mich von hier holt
bleibt doch ein sehnsuchtsvoller traum

gehe ich weg, geh ich wohin
das muss schon unterschieden werden
obs lang geplant, ob es spontan
ob ich zum gehn gezwungen bin

es ist doch so, wenn ich auch geh
gibts dafür doch verschiedne gründe:
vielleicht ists auch das gehn an sich
und auch der grund auf dem ich steh
fazit 

wir kamen
uns entgegen
und trafen uns
mitten ins herz
wir kamen
zueinander
und teilten
freude und schmerz
wir gingen
miteinander
viele wege
auch den ins bett
wir gingen
uns auf die nerven
noch machte
die liebe es wett
wir gingen von
falschen prämissen
aus, hatten
das reden verlernt
wir gingen uns
selbst in die falle
hatten uns von
einander entfernt
so langsam ging
alles in trümmer
wir wünschten
von allem uns frei
und bevor wir
endgültig kaputtgehn
gehn wir jetzt
wohl besser
entzwei

Hinterlasse eine Antwort zu HerrWortranken Antwort abbrechen

Avatar von Unbekannt

Autor: stachelvieh

Gelegenheitsbloggerin

7 Kommentare zu „#stalyso2024   3. woche – gründe fürs gehen“

  1. Gründe fürs Gehen

    Ach, warum müssen schöne Tage gehen?

    Sie gehen um anders wiederzukommen

    Auch wir müssen gehen um (zu entkommen) anzukommen

    gehen um Altes hinter uns zu lassen

    Neues zu entdecken

    oder wir gehen um des Gehens Willen

    manchmal auch im Kreis herum – warum?

    Wir gehen, weil wir gar nicht anders können

    Die Zeit treibt uns voran

    © o)~mm /Syntaxia

    Like

  2. Tränen beim Gehen

    Eine längere Zeit
    schweigen wir
    Ich suche
    ihre Augen
    Sie die meinen
    Ich kann dir
    vieles geben
    doch das Allerletzte
    wird meins bleiben
    Sie hört
    Versteht
    Weint
    Stille
    Nickt und geht
    Ich zahle für uns
    und das war’s

    12/1994

    Gefällt 1 Person

  3. Leise fiel die Tür ins Schloss

    sanft der Schlüssel umgedreht

    Leere Hände, der Lasten bloß

    Freiheit atmen da sie geht.

    Zurück gelassen einen Teil von ihr

    Glücksmomente, schwere Zeiten

    Auch paar Freunde bleiben hier

    Auf zu neuen größren Weiten.

    Frisch gepackt der alte Rucksack

    manches schmuggelte sich rein

    was auch früher quere lag

    wird wohl immer bei ihr sein.

    Gefällt 1 Person

  4. Der Mond braucht keinen Grund zu gehen
    Mal ist er rund, mal wenig nur zu sehen
    Und manchmal will er nicht mehr weiter gehen
    Jeden Tag geht er auf,
    steigt am Himmel hoch hinauf
    Und werden die Menschen munter
    geht er einfach wieder unter
    Er nimmt ab und wieder zu
    Lässt die Menschen manchmal nicht in Ruh
    Den Vollmond wollen alle sehen
    Ein Grund nachts noch mal raus zu gehen

    Gefällt 3 Personen

  5. Die Stunde des Aufbruchs

    Uhr tickt laut und Zeit verrinnt,
    höchste Zeit, dass das Leben beginnt:
    Fesseln lösen, Ketten sprengen,
    nicht länger in den Seilen hängen.

    Ruf erklingt, wird dröhnend lauter
    erst befremdlich, dann vertrauter
    „Lauf weg!“ Was Dich gefangen hält,
    ist’s Anstand? Ansehen? Angst um’s Geld?

    Entfliehe Angst, Zweifel und Sorgen,
    lauf hin zu einem befreiteren Morgen.
    Zeit fliegt, Start Geburt wie ein Pfeil bis zum Tod
    Was keiner mir sagte: Ich bin der Pilot!

    Gründe fürs Gehen brauche ich keinen
    anders betrachtet: Ich habe mehr als einen:
    Freiheit wartet und ruft meinen Namen!
    „Steh auf und geh!“ Ganz einfach.

    Amen

    Gefällt 3 Personen

Hinterlasse eine Antwort zu HerrWortranken Antwort abbrechen